Das Firmen-WLAN ist eine dieser Sachen, die niemand plant und über die sich trotzdem alle beschweren. Am Anfang steht meist ein Router vom Internetanbieter, dann kommt ein zweites Gerät dazu, weil hinten im Lager nichts ankommt, und irgendwann hängt in jedem zweiten Raum eine Box an der Wand. Es funktioniert, solange drei Leute im Haus sind. Sobald der Betrieb wächst, Besprechungen per Video laufen und jeder zusätzlich ein Handy im Netz hat, wird aus dem Provisorium ein täglicher Reibungsverlust. Die gute Nachricht: Die Ursachen sind fast immer dieselben, und sie lassen sich benennen.
Warum das Firmen-WLAN im Alltag stockt
Wenn ein Firmen-WLAN stockt, denken die meisten zuerst an die Internetleitung. In der Praxis liegt der Engpass viel öfter zwischen Notebook und Access Point, also dem Gerät, das die Funkzelle aufspannt. Funk ist ein geteiltes Medium: Alle Geräte in einer Zelle reden nacheinander, nicht gleichzeitig. Ein einziges altes Gerät, das nur langsam funkt, hält die ganze Zelle auf, weil es für dieselbe Datenmenge länger sendet.
Dazu kommt, dass Beschwerden selten sauber gemeldet werden. Es heißt nicht "im Besprechungsraum bricht die Videokonferenz um elf Uhr ab", sondern "das Internet ist wieder langsam". Damit lässt sich nichts anfangen, und die Suche beginnt an der falschen Stelle. Wer WLAN Störungen in den Griff bekommen will, braucht zuerst eine Beschreibung mit Ort, Uhrzeit und Gerät. Das klingt banal, halbiert aber den Aufwand bei der Fehlersuche.
Access Points gehören dorthin, wo gearbeitet wird
Die häufigste Ursache für schlechte Abdeckung ist der Montageort. Access Points landen dort, wo gerade eine Steckdose frei war: im Serverraum, im Kasten, hinter dem Kühlschrank, im Gang neben dem Sicherungskasten. Funk breitet sich aber nicht wunschgemäß aus, sondern wird von Beton, Stahlbeton, Aufzugsschächten, Brandschutztüren und Glas mit Metallbedampfung gedämpft. Ein Gerät im Stiegenhaus versorgt vor allem das Stiegenhaus.
Eine ordentliche Ausleuchtung heißt: Zuerst wird festgelegt, wo tatsächlich gearbeitet wird und mit welchen Anforderungen, dann werden Positionen gewählt und anschließend nachgemessen. Bei Altbauten in Wien mit dicken Mauern und langen Gängen ist das keine Fleißaufgabe, sondern der Unterschied zwischen zwei und fünf nötigen Geräten. Gemessen wird nicht nur, ob ein Balken angezeigt wird, sondern ob das Notebook auch sauber zurücksenden kann.
- Access Points gehören an die Decke oder hoch an die Wand im Raum, nicht in einen geschlossenen Schrank.
- Ein Gerät pro Stockwerk reicht nur dort, wo wenige Personen und offene Flächen zusammenkommen.
- Besprechungsräume brauchen eigene Kapazität, weil sich dort viele Geräte auf wenigen Quadratmetern sammeln.
- Lager, Hof und Werkstatt haben andere Anforderungen als der Schreibtischbereich und werden oft vergessen.
- Nach jedem Umbau und jeder Umsiedlung von Arbeitsplätzen gehört die Abdeckung neu kontrolliert.
Kanäle, Frequenzbänder und die Nachbarn im Haus
Im 2,4-GHz-Band gibt es in Europa genau drei Kanäle, die sich nicht gegenseitig überlappen. In einem Bürohaus funken oft ein Dutzend fremde Netze mit, dazu Bluetooth, schnurlose Telefone und manchmal die Mikrowelle in der Küche. Wenn zwei Access Points im eigenen Haus auf demselben Kanal senden, behindern sie sich selbst. Das ist der Klassiker bei gewachsenen Installationen, bei denen jedes Gerät auf Automatik steht und sich die Kanalwahl selbst aussucht.
Das 5-GHz-Band hat deutlich mehr Platz, kommt dafür schlechter durch Wände, was in einer geplanten Umgebung eher ein Vorteil als ein Nachteil ist, weil sich die Zellen weniger stören. Sinnvoll ist, das langsame 2,4-GHz-Band nur noch für Geräte offen zu halten, die es zwingend brauchen, etwa Drucker oder Sensorik. Sendeleistung auf Maximum zu stellen hilft übrigens nicht: Das Notebook hört den Access Point dann zwar, der Access Point das Notebook aber nicht, und genau das erzeugt die abreißenden Verbindungen, über die sich alle ärgern.
Ein WLAN ist nur so gut wie die Leitung dahinter
Funk ist die letzten zehn Meter. Alles davor ist Kabel, Switch und Internetanschluss. Wenn Access Points über eine alte Leitung mit hundert Megabit angebunden sind oder mehrere Geräte an einem überlasteten Switch hängen, nützt die beste Antenne nichts. Das ist der Punkt, an dem Technik-Diskussionen über Standards und Antennentypen an der Sache vorbeigehen.
Praktisch bewährt hat sich, Access Points über Netzwerkkabel mit Strom zu versorgen, also über PoE, kurz für Power over Ethernet. Dann braucht es an der Decke keine Steckdose, und alle Geräte lassen sich zentral aus- und wieder einschalten, wenn der Switch an einer unterbrechungsfreien Stromversorgung hängt. Ein sauber dokumentiertes Firmennetzwerk mit beschrifteten Dosen und einem Plan im Verteiler spart bei jeder späteren Störung eine Stunde Suchen.
Gästenetz, Zugangsdaten und wer eigentlich mitfunkt
In vielen Betrieben gibt es ein einziges WLAN-Passwort, das seit Jahren unverändert ist und das jeder Praktikant, jeder Lieferant und jeder ehemalige Mitarbeiter kennt. Damit hängen private Handys im selben Netz wie Buchhaltung und Server. Das ist weniger ein theoretisches Risiko als ein praktisches: Ein verseuchtes privates Gerät steht dann direkt neben den Firmendaten.
Die Trennung ist technisch unaufwendig und wird trotzdem selten gemacht. Ein eigenes Gästenetz mit eigenem Zugang, das nur ins Internet und nirgendwo sonst hin darf, ist bei ordentlicher Hardware eine Sache von Minuten. Für Firmengeräte empfiehlt sich eine Anmeldung, die nicht an einem geteilten Kennwort hängt, sondern am Benutzerkonto, damit ein Austritt aus der Firma auch den Netzzugang beendet.
- Getrennte Netze für Firmengeräte, Gäste und Technik wie Kameras oder Kassensysteme verhindern, dass ein Problem überall landet.
- Das Gästepasswort sollte regelmäßig wechseln und nicht dauerhaft an der Pinnwand hängen.
- Firmennotebooks melden sich besser über ein persönliches Konto an als über ein Kennwort, das alle kennen.
- Alte Verschlüsselungsverfahren gehören abgeschaltet, auch wenn dann ein Uraltdrucker ersetzt werden muss.
- Eine Liste der verbundenen Geräte einmal im Quartal anzusehen bringt regelmäßig Überraschungen zutage.
Firmen-WLAN planen, aufbauen und dann auch betreiben
Ein Firmen-WLAN ist kein Gerät, sondern ein Zustand, der gepflegt werden will. Die Planung legt fest, wo welche Kapazität gebraucht wird. Der Aufbau setzt das um, inklusive Verkabelung und Stromversorgung. Der Betrieb sorgt dafür, dass es nach dem dritten Umbau und dem zwanzigsten neuen Notebook immer noch passt. Wer nur den mittleren Teil macht und die beiden anderen auslässt, steht in zwei Jahren wieder am Anfang.
Im laufenden Betrieb reicht wenig: Firmware der Access Points aktuell halten, einmal jährlich nachmessen, nach Umbauten kontrollieren und Beschwerden mit Ort und Uhrzeit sammeln, statt sie einzeln wegzudrücken. Wenn Sie wissen wollen, was bei Planung, Verkabelung und Betrieb eines Firmennetzes konkret zusammenkommt, finden Sie dort den Überblick über Leitungen, Switches und Funkzellen. Ein Firmen-WLAN richtig aufzubauen kostet einmal Geld und Zeit, ein schlechtes kostet beides jeden Tag ein bisschen.
Fazit
Die meisten Probleme mit Funk im Büro sind keine geheimnisvollen Störungen, sondern Folgen von drei Dingen: Geräte an der falschen Stelle, Kanäle, die sich gegenseitig zudecken, und eine Verkabelung, die nie für so viel Verkehr gedacht war. Wer das einmal ordentlich anlegt, hat deutlich weniger Unterbrechungen und spart sich die wiederkehrende Diskussion über die angeblich zu langsame Internetleitung. Nachmessen ist dabei wichtiger als teure Hardware, und Dokumentation wichtiger als das neueste Modell. Rechnen Sie den Aufwand nicht gegen die Anschaffung, sondern gegen die Minuten, die täglich im ganzen Haus verloren gehen. Dann ist die Sache meist schnell entschieden.