Webdesign · 5 Min. Lesezeit
Server virtualisieren mit Proxmox
Ein Server pro Aufgabe war jahrzehntelang die richtige Antwort. Heute steht in vielen Betrieben Hardware herum, die zu fünf Prozent ausgelastet ist, deren Garantie ausgelaufen ist und für die es keine Ersatzteile mehr gibt. Wir virtualisieren diese Server auf Proxmox, migrieren die bestehenden Systeme im laufenden Betrieb und betreiben die Umgebung danach weiter. Seit 1992 in Wien, und seit Proxmox in Produktion tauglich ist, auch damit.
Vier Server, vier Ausfallrisiken, vier Wartungsfenster
Gewachsene Umgebungen sehen fast immer gleich aus: ein Server für die Warenwirtschaft, einer für die Dateiablage, einer für die Zeiterfassung, dazu ein älteres Gerät, das noch eine Anwendung trägt, die niemand ablösen will. Jedes dieser Geräte hat ein eigenes Netzteil, eine eigene Festplatte und einen eigenen Tag, an dem es stehen bleibt.
Wer Server virtualisieren lässt, trennt die Anwendung vom Blech. Die virtuelle Maschine läuft auf beliebiger Hardware weiter, lässt sich innerhalb von Minuten auf ein anderes Gerät verschieben und im Ganzen sichern – nicht nur die Daten, sondern das gesamte System samt Konfiguration.
Der Nutzen zeigt sich beim Ausfall, nicht im Betrieb
Im Alltag merken Sie von Virtualisierung wenig, und das ist die Absicht. Sichtbar wird sie, wenn ein Gerät stirbt: Statt Ersatzhardware zu besorgen, Betriebssystem und Anwendung neu aufzusetzen und Daten zurückzuspielen, startet die Maschine auf einem anderen Knoten. Aus zwei Tagen werden Minuten.
Der zweite Nutzen ist unspektakulärer und wirkt täglich: Updates lassen sich testen, bevor sie produktiv gehen. Ein Snapshot vor der Aktualisierung kostet Sekunden, und wenn die Anwendung danach nicht mehr startet, sind Sie in derselben Zeit wieder auf dem alten Stand.
Physikalischen Server virtualisieren, ohne den Betrieb anzuhalten
Der Umstieg ist der Teil, vor dem die meisten Betriebe zurückschrecken – meist wegen einer schlechten Erfahrung mit einem Umzug, der über ein Wochenende dauern sollte und bis Dienstag ging. Wir gehen anders vor: Die bestehende Maschine wird im laufenden Betrieb kopiert, die virtuelle Kopie parallel getestet, und erst wenn sie nachweislich funktioniert, wird umgeschaltet. Das eigentliche Umschalten dauert Minuten und findet außerhalb Ihrer Arbeitszeit statt.
Bleibt eine Altanwendung, die sich nicht virtualisieren lässt, sagen wir das vorher und nicht mittendrin. Für solche Fälle gibt es Wege – ein isoliertes VLAN für das Altsystem etwa, damit ein nicht mehr gepflegtes Betriebssystem nicht im selben Netz steht wie der Rest. Wie eine saubere Segmentierung aussieht, steht auf unserer Seite zu Firewall und Netzwerksicherheit.
Proxmox Cluster – was wir tatsächlich einsetzen
Wir setzen auf Proxmox VE, weil es ohne Lizenzkosten je Prozessorkern auskommt, auf offenen Standards aufsetzt und uns nicht zwingt, den Kunden in ein Abonnement zu drängen, das er nicht braucht. Einen Proxmox Cluster betreiben wir nicht nur bei Kunden, sondern auch für unsere eigenen Dienste: mit Ceph als verteiltem Speicher und einem eigenen Proxmox Backup Server. Was wir konkret bauen:
| Baustein | Wie wir es umsetzen | Was das im Ernstfall bedeutet |
|---|---|---|
| Knoten | Mindestens drei Server im Verbund | Der Cluster kann eine Mehrheit bilden. Bei zwei Knoten haben Sie Redundanz auf dem Papier und im Ernstfall eine Umgebung, die sich nicht entscheiden kann, wer weiterlaufen darf. |
| Live-Migration | Laufende Maschinen wechseln im Betrieb den Knoten | Hardware-Wartung und Firmware-Updates finden während der Bürozeit statt, nicht am Wochenende. |
| Hochverfügbarkeit | Je Maschine festgelegt, nicht pauschal für alle | Kritische Systeme starten selbsttätig auf einem anderen Knoten. Alles Übrige darf bis zum nächsten Morgen warten – das spart Hardware. |
| Speicher | ZFS bei lokalen Platten, Ceph wenn der Speicher selbst ausfallsicher sein muss | Beides mit Prüfsummen: Stille Datenfehler fallen auf, statt jahrelang mitgesichert zu werden. |
| Sicherung | Proxmox Backup Server, getrennt vom Cluster, mit Deduplizierung | Regelmäßige Rückspieltests. Genau an diesem Punkt scheitern die meisten Sicherungskonzepte. |
| Netztrennung | Eigene VLANs für Verwaltung, Speicher und Nutzdaten | Die nächtliche Sicherung bremst den laufenden Betrieb nicht aus. Das ist der Unterschied zwischen einem Cluster, der Last verträgt, und einem, der bei der ersten Sicherung in die Knie geht. |
Wann sich Virtualisierung nicht lohnt
Bei einem einzelnen Server ohne Ausfallanforderung bringt ein Cluster nichts außer Kosten. Wenn Ihre gesamte EDV aus einem Gerät und fünf Arbeitsplätzen besteht, ist eine saubere Sicherung mit geprüfter Rückspielung das Geld besser wert – nachzulesen in unserem Beitrag zur 3-2-1-Regel für Backups.
Auch bei Anwendungen mit Hardware-Kopierschutz oder Steuerungen mit direkt angebundenen Schnittstellen ist Virtualisierung oft mehr Aufwand als Gewinn. Wir sagen Ihnen das bei der Bestandsaufnahme, nicht nach der Rechnung. Was wir dabei sonst noch prüfen, beschreibt unser Beitrag warum wir nicht jeden Kunden annehmen.
Wie viele Server könnten Sie einsparen?
Wir sehen uns Ihre bestehende Hardware an, prüfen, welche Systeme sich virtualisieren lassen, und sagen Ihnen, was der Umstieg kostet und was er Ihnen an Ausfallzeit erspart. Die Bestandsaufnahme ist kostenlos und unverbindlich.
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